Pixelthermometer

Durch den Thermalkanal ist es vielen Fernerkundungssensoren möglich, die für den Menschen unsichtbare Wärmestrahlung von Objekten der Erdoberfläche aufzunehmen. Die räumliche Auflösung dieses Kanals ist meistens schlechter als bei den Kanälen des sichtbaren Lichts. Dies hängt damit zusammen, dass bei der langwelligen Thermalstrahlung die pro Fläche ausgestrahlte Energie an der Erdoberfläche geringer ist, als bei kurzwelliger Strahlung. Trotzdem können verschiedene Oberflächen gut voneinander unterschieden werden. Eine Stadt gibt bspw. meistens mehr Wärme ab als Wälder. Gewässer wiederum haben eine deutlich geringere Temperatur und sind auf Thermalbildern gut als schwarze Flecken und Linien zu erkennen.

 

 

 

Berlin im Thermalkanal bei Tag und bei Nacht (Bilder bearb. nach USGS/NASA Landsat Program)

 

Im Swipe sieht man die Stadt Berlin im Thermalkanal eines Satellitensensors bei Tag und bei Nacht. Das Bild wurde so eingefärbt, dass sehr kalte Bereiche blau und sehr warme Bereiche rot erscheinen. Deutlich kann man bei Tag den Tiergarten (Park) und die Spree (Fluss) erkennen. Sie heben sich als kalte Bereiche gut von ihrer wärmeren Umgebung ab. Bei Nacht hingegen haben sich die Temperaturen abgekühlt - die Farbskala ist dabei gleich geblieben - und innerhalb der Stadt stark angeglichen. Die Spree ist z.B. fast gar nicht mehr zu erkennen. Nun hebt sich nur noch der Bereich um den Flughafen Tempelhof als Kaltluftbecken ab. Zusätzlich paust sich sehr gut das Straßennetz der Hauptstadt durch. Dies liegt daran, dass Asphalt viel langsamer Wärme abgibt, als bspw. die angrenzenden Häuser aus Backstein und Beton, und somit abends eine höhere Temperatur besitzt als die Umgebung.

 

 

Fazit:

Wie warm war es Sonntag vor einem Jahr in Berlin oder in Bödefeld (Sauerland)? Satelliten zeichnen konstant die Temperaturen der Erdoberfläche auf - und zwar von allen Orten.